Dr. Petra von Poten M.A.

Mediation

Mediationsverfahren sind Möglichkeiten strittige Auseinandersetzungen fair und außergerichtlich zu klären. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn die Konfliktparteien in einer offenkundigen Sackgasse stecken, alleine nicht mehr weiterkommen oder gar nicht mehr miteinander reden. Gerade in familienrechtlichen Auseinandersetzungen, wenn insbesondere Kinder betroffen sind, ist die Mediation oft der Schlüssel zu einer außergerichtlichen Lösung. Konflikte oder Auseinandersetzungen wegen Umgang, elterlicher Sorge belasten nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder.

Mediationsphasen  

Die Mediatoren versuchen die Streitparteien in ein konstruktives Gespräch zu bringen, um ihnen dabei zu helfen eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden. Die Aufgabe des Mediators liegt darin die Konfliktparteien so zu unterstützen, dass sie eine eigene, ihrer Situation angepasste Problemlösung finden. Ziel ist, dass alle Beteiligten durch eine Übereinkunft eine Verbesserung ihrer Situation erreichen.

Prinzipien der Mediation

  • Eigenverantwortlichkeit: Die Teilnehmer einer Mediation (Medianten) treffen selbst und eigenverantwortlich Entscheidungen. Der Mediator unterstützt und begleitet sie dabei.
  • Vertraulichkeit: Das Mediationsverfahren ist vertraulich. Nach dem neuen Mediationsgesetz ist der Mediator zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Medianten stimmen sich inhaltlich ab, was sie gegenüber Dritten weitergeben.
  • Freiwilligkeit: Die Teilnahme am Mediationsverfahren ist freiwillig. Die Teilnehmer haben zu jedem Zeitpunkt das Recht die Mediation zu beenden.
  • Informiertheit: Alle entscheidungsrelevanten Informationen und die daraus resultierenden Konsequenzen müssen allen Beteiligten bekannt sein.
  • Ergebnisoffenheit: Die Konfliktparteien müssen Lösungsoptionen auch außerhalb ihrer eignen Vorstellung in Betracht ziehen.
  • Allparteilichkeit: Der Mediator ist Vermittler aller Beteiligten und daher gleichermaßen neutral. Insbesondere steht er nach Beendigung des Mediationsverfahrens für KEINE Partei allein zur Verfügung.

Phasen eines Mediationsgesprächs

Das strukturierte Mediationsgespräch ermöglicht einerseits, dass die Konfliktdynamik verlangsamt wird und andererseits Schritt für Schritt die Grundlagen einer konstruktiven Lösung erarbeitet werden.

Premediation

In der Vorphase, dem Vorgespräch, nimmt oder nehmen eine oder beide Konfliktparteien Kontakt zum Mediator bezüglich Auftragsvergabe auf.

 

Grundlage der mediativen Struktur sind die sogenannten fünf Phasen.

1.Phase: Vorphase und Erstgespräch

Im Erstgespräch wird die Zusammenarbeit geregelt, der Auftrag geklärt und dient der gegenseitigen Information der Sachlage.

Zu Beginn der Mediation wird ein Vertrauensverhältnis und ein Arbeitsbündnis zwischen den Konfliktparteien und dem Mediator geschaffen. Dabei wird auch die Rolle des Mediators geklärt, insbesondere seine Neutralität und Allparteilichkeit.

In dieser Phase wird auch der Mediationsvertrag unterzeichnet (siehe Link).

2.Phase: Sichtweisen der Verfahrensbeteiligten

Diese Phase dient der Bestandsaufnahme, Themensammlung und der Darlegung der jeweiligen Position der Beteiligten. Der Auftrag wird noch einmal geklärt, Kommunikationsregeln eingeführt, Informationslücken geschlossen und Missverständnisse ausgeräumt.

Für die Inhalte sind die Medianten verantwortlich, Prozess und Struktur ist Aufgabe des Mediators.

3.Phase: Hintergründe des Konflikts, Vertiefung und Klärung

Die Hintergründe des Konflikts werden herausgearbeitet und offen gelegt. Die eigentlichen Ursachen werden ergründet und gegenseitiges Verständnis aufgebaut, zum Beispiel über systemische Visualisierung.

Zentrale Fragen in dieser Phase sind:

  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Weshalb ist es Ihnen wichtig?
  • Was bedeutet das für Sie?

4.Phase: Kreative Lösungssuche

In dieser Phase werden von den Medianten kreative Ideen mittels Brainstorming entwickelt, Assoziationen geknüpft und erste Lösungsideen entwickelt.

5.Phase: Lösungen

Lösungsideen werden konkretisiert, Lösungsoptionen herausgearbeitet und mit den Parteien ein Ergebnisprotokoll (Fotoprotokoll) verfasst. Frühere Vereinbarungen werden hierbei berücksichtigt, Rechtsgrundlagen beachtet und Interessen und Bedürfnisse aller Beteiligten überprüft (Win-Win-Konstellation). Gegebenenfalls können die Vereinbarungen durch Anwälte ausgearbeitet werden.

 

Postmediation

Die Postmediation oder der Nachtermin dient dazu inwieweit die Medianten die Vereinbarungen und Lösungsoptionen umgesetzt haben.

 

Weitere Informationen:

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen